12.01.2010 "Auskunftstelle" für Logistik-Fragen

Kornwestheimer Zeitung

Kornwestheim – Gut ein Jahr besteht der Trägerverein für das Kompetenzzentrum Logistik.
Von Werner Waldner

Auf der Kippe stand das Kompetenzzentrum Logistik vor rund drei Jahren, weil die Stadt Kornwestheim das unternehmerische Risiko der Gesellschaft alleine nicht mehr tragen wollte. Nach langem Hin und Her wurde im September 2008 ein Trägerverein aus der Taufe gehoben. Die Gründungsmitglieder: die Städte Kornwestheim und Ludwigsburg, die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS), der Verband Spedition und Logistik Baden-Württemberg, die Universität Stuttgart, der Landesverband der baden-württembergischen Industrie und der Hafen Stuttgart. Mittlerweile ist der Neckarhafen Plochingen noch hinzugestoßen.
Die Kommunen, Verbände und Einrichtungen finanzieren gemeinsam die Arbeit des Klok. Vorsitzender des Vereins ist WRS-Chef Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer Holger Bach, der bei der WRS für das Thema Mobilität verantwortlich zeichnet. Als Projektmanager ist Martin Brandt weiterhin für das Klok tätig.
Zu beschreiben, was der Verein treibt, ist ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Martin Brandt hat es zum zehnjährigen Bestehen des Techmoteums, wo der Verein im Salamander-Gebäude an der Stammheimer Straße sein Büro hat, in Reimform versucht zu erklären:

Erstens sind wir auf der Schnelle
für Logistik Auskunftstelle
rund um Stuttgarts Lastverkehr:
Wer holt was und was bringt wer?

Statistiken, ein Überblick über Aus- und Weiterbildungsangebote, über Bahntarife oder Mautgebühren – Brandt umschreibt das Aufgabengebiet so: “Wir halten Wissen vor.” Ministerien, Verbände und Unternehmen rufen immer wieder Informationen bei Klok ab. Für das baden-württembergische Innenministerium beantwortete Klok jüngst eine Reihe von Fragen zum sogenannten kombinierten Verkehr, bei dem Waren so weit wie möglich per Schiff oder Bahn transportiert werden, bevor sie auf den Lkw verladen werden.

Zweitens muss zum Produzieren
und dann auch zum Konsumieren
sehr genau gezielt man planen
nöt“ge Straßen, Flächen, Bahnen.

Holger Bach sieht die Aufgabe von Klok darin, Projekte anzuschubsen. Der Verein könne Verbindungen herstellen, er könne Treffen moderieren. “Umsetzen müssen dann andere”, sagt der Klok-Geschäftsführer. Martin Brandt sieht seine Aufgabe auch darin, konkrete Anfragen der Unternehmen zu beantworten. So konnte er einem Spediteur, der Obst von Spanien aus nach Deutschland brachte, Kontakte vermitteln, die dabei halfen, die Lkw auch für den Rückweg zu beladen. “Wir sind ein Mehrwert für Unternehmen”, sagt der Projektmanager. Er hat auch dieser Tage eine Untersuchung zu Bus-Fernlinien in Deutschland vorgelegt.
Brand will aber auch die unterschiedlichen Partner Kommunen und Unternehmen zusammenbringen. Sie würden eine unterschiedliche Sprache sprechen, die es mitunter für den jeweils anderen zu übersetzen gelte.

Man muss Güterfluss kapieren
drittens, will man investieren.
Wissen wird zum Steuer-Mittel
für die knappen Steuermittel.

Enge Kontakte pflegen Bach und Brandt zur italienischen Region Kampanien, die eine Kooperation mit dem Klok eingehen will. Bei einem Kongress in Neapel hat Bach einen Vortrag über die Zusammenarbeit der öffentlichen Hand mit den Logistikunternehmen gehalten. Und den Kontakt zur Wissenschaft will Martin Brandt auch nicht abreißen lassen. Alle zwei Jahre vergibt das Klok einen Logistikpreis. Und immer wieder führt Brandt Studenten über das Gelände des Güter- und Containerbahnhofs, damit sie anschaulich die Praxis erleben können.

Viertens, wer nicht alles weiß
hört gern zu im Arbeitskreis
Drum ist Klok auch dort gefragt
wenn“s was zur Logistik sagt.

Martin Brandt und Holger Bach sind davon überzeugt, dass es sich lohnt, ein Kompetenzzentrum für Logistik zu unterhalten. Das sei ein Standortvorteil für die Region. Regionale Kompetenz- und Innovationszentren würden als Standortfaktor im globalen Wettbewerb zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das Wissen um logistische Konzepte sei nicht in allen Unternehmen verbreitet. Brandt in seinem Klok-Gedicht zum zehnjährigen Bestehen des Techmoteums:

So steht Klok mit seiner Haltung
zwischen Wirtschaft und Verwaltung.

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